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Recklinghausen · Kirche & Leben im Kreisdekanat Recklinghausen Nr. 166 · Freitag, 17. Juli 1998

Infos für den Augenblick

Eine Werbefilm-Produktionsfirma versucht, mit einer Video-Kassette über das Thema Pflegeversicherung aufzuklären

Filmkulisse Dorsten: Vier Monate lang waren sie immer wieder in Dorsten unterwegs - ein Kamerateam aus Mülheim drehte in Altenpflege-Einrichtungen, um ein ehrgeiziges Ziel zu verfolgen. Aus persönlicher Betroffenheit hat es sich nämlich das Ehepaar Arnold zum Ziel gemacht, die schwierige Materie rund um die Pflegeversicherung anschaulich zu erklären.

Zum einen mußte Bettina Arnold mit der Pflegebedürftigkeit ihrer eigenen Großmutter feststellen, wie leicht man sich im Paragraphen-Dschungel verirren kann, zum anderen betreiben die Arnolds in Mülheim eine Werbevideo-Produktionsagentur. Was lag da näher, als einen Aufklärungsfilm zu drehen mit Tipps rund um die Altenpflege. Herausgekommen ist jetzt eine einstündige Ratgeber-Videokassette mit Begleitbuch. Das Resultat kann sich sehen lassen, meint zumindest Angela Tolle. Sie ist Mitarbeiterin der Offenen Altenhilfe der Duisburger Caritas und übernahm die fachliche Beratung der Filmemacher. Für sie ist die Kassette eine gute Möglichkeit, Menschen in Pfarrgemeinden oder Altenclubs mit den Möglichkeiten der Altenpflege vertraut zu machen.

Zum Konzept des Videoprojekts gehört es, neben allgemeinen Informationen auch die örtlichen Anbieter vorzustellen. In Dorsten ist dieses Vorhaben geglückt. Caritas, Diakonie und Arbeiterwohlfahrt ließen sich von der Idee überzeugen. Sie unterstützten die Videoproduktion finanziell und können so ihre Angebote vorstellen. Der Geschäftsführer der Dorstener Caritas, Uwe Gorski, sieht in der Beteiligung eine zusätzliche Möglichkeit, die eigene Angebotspalette bekannt zu machen.

Der Film selbst kann allerdings nicht die gewünschte Übersichtlichkeit zum Thema Pflegeversicherung herstellen. Deswegen wird oft auf das Begleitheft verwiesen, wo Details besser und schwarz auf weiß beschrieben werden können. Eine Stärke des Films wiederum sind die Schilderungen von Betroffenen. An Einzelschicksalen wird beispielsweise die schwierige Entscheidung nachvollzogen, die eingene Mutter in einem Altenheim anzumelden. Diese Beiträge können Menschen in ähnlichen Situationen vielleicht hilfreich sein.

Das Konzept wird jetzt in Herten und Recklinghausen weitergeführt. Auch dort sollen demnächst entsprechende Kassetten produziert werden. „Wir wollen mit der Video-Kassette kein Geld verdienen” , sagt Horst Arnold. Vom bisherigen Verkaufserfolg des Bandes, das in Dorsten für 39,80 Mark angeboten wird, ist er überrascht. So kommt die Produktionsfirma möglicherweise doch noch zu einem finanziellen Gewinn. Anfragen aus ganz Deutschland liegen jedenfalls schon vor. Es ist geplant, dass die Kassette bei den Ortscaritasverbänden zu kaufen ist oder ausgeliehen werden kann.

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