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Marl · Marler Zeitung · Nr. 9 · Dienstag, 12. Januar 1999

Pflegefall in der Familie - was tun?

Ratgeber: Videofilm und Begleitbuch geben wertvolle Tips

Es ist leider eine Tatsache: Die Zahl der Pflegebedürftigkeit steigt. Momentan sind es 1,7 Millionen Menschen in Deutschland. Drei Viertel von ihnen werden zu Hause versorgt. Familienangehörige, Nachbarn, ehrenamtliche Helfer und Mitarbeiter von Pflegediensten versorgen sie. Ist der Ernstfall erst einmal eingetreten und ein Mensch zum Pflegefall geworden, stehen viele Angehörige zunächst einmal vor vielen Fragen.

Auch drei Jahre nach der Einführung ist das Netz der Pflegeversicherung für die meisten Betroffenen noch ein Buch mit sieben Siegeln. Das Netz durchschaubar und nachvollziehbar macht jetzt der soeben erschienene Videofilm „Kranken- und Altenpflege - Pflegefall! Wer hilft?”

Der rund 75minütige Film und das dazugehörige Begleitbuch sollen Betroffenen und Angehörigen helfen, richtige Entscheidungen zu treffen, unnütze Wege und Telefonate zu ersparen und für Aufklärung zu sorgen.

Produziert wurde der Ratgeber von einem 15köpfigen Team einer Mülheimer Filmproduktionsfirma mit Unterstützung der Wohlfahrtsverbände und verschiedener Firmen aus dem Pflegebereich. Anstoss für die Service-Produktion war eine persönliche Erfahrung der Produzentin Bettina Arnold, die den Film ihrer pflegebedürftig gewordenen Oma gewidmet hat.

Infos aus Marl

Der Film besteht aus einem 60minütigen Ratgeberteil und einem 15minütigen „Extra-Ratgeber Marl”, in dem Marler Einrichtungen wie Sozialstationen, private Pflegedienste, Sanitätshäuser und Spezialisten wie Krankengymnasten oder Logopäden vorgestellt werden.

Eine Experten-Podiumsdiskusion durchzieht wie ein roter Faden das Video, gibt Antworten auf gezeigte Szenen, klärt über die einzelnen Pflegestufen auf, nennt Ansprüche auf Pflegedienste und Pflegehilfsmittel oder erläutert zum Beispiel, was eine Umbaumassnahme im eigenen Haus kostet, wenn der Ernstfall tatsächlich einmal eingetreten ist.

Zu dem Film gehört auch ein über 30 Seiten starkes Begleitbuch, dem unter anderem die nötigen Formulare beigefügt sind, zum Beispiel der Kostenvoranschlag zur Leistungserbringung, ein Pflegetagebuch, das Antragsformular auf Leistungen aus der Pflegeversicherung oder das Widerspruchsformular für den Fall, wenn es mal Probleme mit dem Medizinischen Dienst gibt.

-Video und Begleitbuch können ab heute bei den Wohlfahrtsverbänden, Pflegediensten, Krankengymnasten, Ergotherapeuten und in Apotheken ausgeliehen werden.

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