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Dorsten · Ruhr Nachrichten · Nr. 163 · Dienstag, 14.Juli 1998

Mit Extra-Ratgeber Dorsten

Videofilm hilft bei allen Fragen im Pflegefall

Dorsten - „Kranken- und Altenpflege - Pflegefall! Wer hilft?” lautet der Titel eines soeben erschienenen Videofilms. Es soll Betroffenen und Angehörigen helfen, richtige Entscheidungen zu treffen, unnütze Wege und Telefonate zu ersparen.

Zuzüglich der 60 Minuten umfassenden Informationen beinhaltet das Video einen „Extra-Ratgeber Dorsten”.

Hier empfehlen sich örtliche Einrichtungen und Unternehmen und geben wertvolle Tips.

Zu dem Film gehört ein über 30 Seiten starkes Begleitbuch. Es vertieft das im Film Gesehene, beinhaltet Formulare. Zum Beispiel einen Kostenvoranschlag zur Leistungserbringung, zum Führen eines Pflegetagebuches, für den Widerspruch gegen den Einstufungsbescheid der Pflegekasse sowie ein Antragsformular auf Leistungen der Pflegeversicherung.

Der Film entstand aus der Situation der eigenen Erfahrung, ist der Mutter der Produzentin gewidmet. Sie wurde im hohen Alter pflegebedürftig. Viele, wie sich herausstellte, zu viele falsche und damit zeitraubende Wege wurden gegangen, damit die Unterstützung beantragt werden konnte.

Sachlich fundiert

„Während der gut anderthalbjährigen Recherchen und der Dreharbeiten, sie dauerten von Ende 1997 bis Mai 1998, blickten wir tief in viele Schicksale”. Die Moderation des Filmes übernahm Georg Adler, bekannt als Anwalt der „Else Kling” aus der Lindenstrasse. Das Video wurde vom Mininsterium für Familie, Gesundheit und Soziales sowie der Ärtzekammer geprüft und für sachlich fundiert befunden.

Es ist leider eine Tatsache: Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt. Momentan sind es 1,7 Millionen Menschen in der Bundesrepublik, von ihnen werden drei Viertel ambulant betreut.

Mit dem Begriff „pflegebedürftig” verbindet man zumeist ältere Menschen. Das stimmt nicht. Die nackte Statistik registriert allein 15 000 Betroffene unter 15 Jahren, hinzu kommen Verkehr- und Betriebsunfallopfer. Sie stehen - ebenso wie Senioren - von heute auf morgen vor der Stituation, nicht - und vielleicht nie mehr - ohne fremde Hilfe zurechtzukommen.

Pflegebedürftige wie auch deren Angehörige oder Freunde sind starken seelischen und körperlichen Belastungen ausgesetzt. Irgendwann kommt für viele der Punkt: „Ich kann nicht mehr!” Nicht erst in dieser Situation tritt die Pflegeversicherung ein, die als fünfte Säule der sozialen Sicherung am 1. April 1995 in Kraft trat. Doch auch nach drei Jahren bleibt das Netz der Pflegeversicherung für die meisten der Betroffenen ein Buch mit sieben Siegeln. Videofilm und Begleitbuch leisten einen Beitrag, dieses Netz durchschau- und nachvollziehbar zu machen.

Eine Experten-Podiumsdiskussion durchzieht wie ein roter Faden das Video, gibt Antworten auf gezeigte Szenen, durchleuchtet einzelne Pflegestufen, nennt Ansprüche auf Dienste und -hilfsmittel, gibt Preisbeispiele für Umbaumassnahmen zu Hause.

Der „Extra-Ratgeberteil Dorsten” stellt kompetente Partner vor Ort vor: Die Sozialstationen der Caritas, die Pflegeeinrichtungen der Diakonie mit dem Senioren-Zentrum Maria-Lindhof, das Senioren-Zentrum der AWO in Barkenberg. Hinzu kommen Betriebe und Firmen, die Hilfsmittel über den Toilettenstuhl, diabetische Fusspflege bis hin zum elektronischen Shopping-Mobil anbieten.

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