Artikel aus:
Münster · Stadt Münster · Nr. 16 · Mittwoch,
20. Januar 1999
Lokaler Bezug soll im Film auch gegeben sein
Münster (MSA) - Der Auslöser für die Idee, einen Videofilm als Ratgeber für den Umgang mit der Pflegeversicherung zu drehen, war eingentlich ein privater: Bettina Arnold, die Chefin der Mülheimer Filmproduktionsfirma R.W.P., hatte einen Pflegefall in der eigenen Familie, in dessen Verlauf die Schwierigkeiten mit der umstrittenen Versicherung offenbar wurden. Woher bekommt man Informationen, wie können Kosten eingespart und unnütze Wege vermieden werden und wie kann schließlich das Leiden des Betroffenen am besten gelindert werden?
Die Mitarbeiter der Firma, die sich bisher mit Stadt- und Reisevideos einen Namen gemacht hatten, überlegten, wie möglichst viele Informationen zusammengestellt werden könnten, die man bisher in unzähligen Broschüren nachlesen mußte. So entstand die Idee zu einem Video, das die Inhalte der Pflegeversicherung erklären und Möglichkeiten und Hemmnisse für die Betroffenen aufweisen sollte.
Um möglichst nahe an den Problemen der Pflegebedürftigen zu sein, besteht das Video aus einem ca. 60minütigen Einleitungsfilm, in dem eine Experten-Podiumsdiskussion und Gespräche mit Pflegepersonal, Betroffenen und Angehörigen gezeigt werden. Zudem werden die Ansprüche auf Dienste und Hilfsmittel erläutert, die in einem 40seitigen Begleitbuch vertiefend beschrieben werden. Auch sind hier Formulare inbegriffen, mit denen z. B. ein formloser Einspruch bei Entscheidungen über die Einordnung in die Pflegestufen erleichtert wird.
Um noch mehr auf die Bedürfnisse der lokalen Situation eingehen zu können, folgt nach dem übergeordneten Film ein 15minütiger Beitrag, der jeweils in den Städten gedreht wird, für die die Kassetten bestimmt sind. In Recklinghausen, Dorsten, Herten und Duisburg funktionierte die Zusammenarbeit mit den regionalen Trägern und Betroffenen sehr gut, nun soll im März Münster an der Reihe sein.
Deshalb werden nun Pflegebedürftige gesucht, die „ihren Fall” schildern, Angehörige, die sich mit Schwierigkeiten im Rahmen der Pflegeversicherung auseinandersetzen und Beschäftigte im Pflegedienst, die ihren reichhaltigen Erfahrungsschatz zur Verfügung stellen wollen. Interessenten können sich unter der Telefonnummer 0208 / 408515 melden.
Ein weiterer positiver Aspekt an der Videoproduktion ist der Preis: Der Informationsfilm samt Broschüre soll kostenlos an die Interessenten über Apotheken, Ärzte, ambulante Pflegedienste und andere im Pflegedienst engagierte Stellen vertrieben werden. Die Finanzierung wird über Anzeigen gewährleistet. So soll den Betroffenen ein gutes und günstiges Werkzeug im Umgang mit der Pflege an die Hand gegeben werden.

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