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Dorsten · WAZ · Nr. 102 · Samstag, 2. Mai 1998
Mülheimer Agentur dreht Film rund um Pflegeversicherung
Wulfen. Für einige Senioren im AWO-Altenheim in Barkenberg begann am Donnerstag die Karriere vor der Kamera. Eine Mülheimer Werbeagentur dreht seit dem letzten Herbst einen Film rund um die Pflegeversicherung und war dafür in Barkenberg zu Gast.
„Der Film soll den gesamten Komplex der Pflegeversicherung beleuchten”, erklärte Horst Arnold von der ausführenden Firma RWP. Produzentin des Films, der Mitte des Jahres fertig sein soll, ist die Firmenchefin Bettina Arnold selbst. „ Ich habe vor einiger Zeit selbst erlebt, welche Probleme man bekommen kann, wenn man pflegebedürftig wird. Meine Mutter hat jahrelang meine Großmutter gepflegt. Das war eine unwahrscheinlich verantwortungsvolle, aber auch schwierige Aufgabe”, sagt Bettina Arnold.
Um nun den in den heimischen vier Wänden Pflegenden die Hemmschwelle zu nehmen, sich an die Pflegeeinrichtungen der großen paritätischen Wohlfahrtsverbände zu richten, hat sie die Idee zu diesem Informations-Film gehabt.
Nach wenigen komplikationslosen Absprachen mit AWO, Caritas und Diakonie waren schnell die Schauplätze für den Film gefunden. Natürlich seien einige Sequenzen des Werkes auch in anderen Städten gedreht worden, „aber der Hauptfilm entsteht in Dorsten”. Und vom Umfeld her ist der Charakter der Schauplätze ideal. Im Bereich Seniorenzentren ist Barkenberg sicher ein gutes Beispiel. Mit Hilfe dieses Films kann man jetzt zeigen, was hier wirklich läuft”.
Denn das Dasein im Altenheim sei beileibe nicht so trist und freudlos, wie es meist dargestellt wird. „Das war unser Hauptanliegen: Wir wollten zeigen, dass die alten Leute dorthin keinesfalls abgeschoben werden, sondern das man sich hier sehr gewissenhaft um sie bemüht”, erklärt Horst Arnold.
Viele, die von heute auf morgen mit dem Problem in Berührung kommen, einen Angehörigen pflegen zu müssen, wüßten gar nicht genau, welche Angebote es gibt. Auch darüber soll der rund 80minütige Film, der auch an alle TV-Anstalten (wegen der verschiedenen Gesundheitsmagazine) geschickt werden soll, Aufschluß geben. „Die Erstauflage erscheint in Dorsten, danach läuft der Film bundesweit”, so Horst Arnold, der betont, dass die Kassette zwar in erster Linie verkauft werden soll, aber in vielen Einrichtungen (u.a. Büchereien) kostenlos zum Verleih angeboten wird.
Gut ein Jahr lang hat die Firma RWP sich mit dem Konzept für diesen Film auseinandergesetzt, in dem auch viele Betroffene in Interviews zu Wort kommen.
„Nachdem die Idee des Films an uns herangetragen wurde, war ich sehr angetan”, sagt Reinhard Strüwe, Leiter des Barkenberger AWO-Heims. „Zum einen finde ich die Idee gut, über das komplexe Thema zu informieren. Andererseits ist regionale Verbindung mit der Vorstellung der örtlichen Angebote auch sehr begrüßenswert”, so Strüwe. Geplant ist, das Video in allen AWO-Heimen des Kreises Recklinghausen anzubieten. Strüwe: „Damit wir auch eine gewisse Breitenwirkung erzielen.” Schließlich hat es einen vergleichbaren Film bislang noch nie gegeben - quasi eine Weltpremiere in Barkenberg.

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