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Werdener Kurier · vom 15.11.2000
Von Wärme beeindruckt
Auch im hohen Alter noch aktiv vor einer Filmkamera zu stehen, dieser Traum erfüllte sich nun für Bewohner der Stiftung Sankt Ludgeri Altenheim.
Eine Filmproduktion aus Mülheim an der Ruhr war zwei Tage lang Gast in der katholischen Senioreneinrichtung mitten im Herzen Werdens. Hintergrund dafür ist die Produktion eines Ratgebers zum Thema Pflegebedürftigkeit. Bettina Arnold, Produzentin der gleichnamigen Filmproduktion, nahm sich diesem immer wieder heiklen Themas mit viel Herzblut an.
Ratgeber
„Die Idee zu diesem Film entstand aus der eigenen Betroffenheit”, erinnert sie sich. „Wir pflegten jahrelang unsere immer antriebsärmer werdende Oma. Als wir uns nach einer langen Phase des Abwägens endlich zu einem guten Pflegedienst als Unterstützung durchgerungen hatten, verstarb sie plötzlich. Daher ist ihr auch der Film gewidmet.”
Ein klassischer Fall, den viele Angehörige oft am eigenen Leib erfahren. Der Hauptfilm ist bereits fertig produziert und umfasst ca. 60 Minuten wertvolle Information: - wie erkenne ich einen guten ambulanten Pflegedienst - was sind Kurzzeit- und Tagespflegeangebote, - wie sieht ein Alltag im Altenheim aus, - was erwartet mich im Bereich Rehabilitation, - wie funktioniert der Hausnotruf und Essen auf Rädern, - welche gesetzlichen Leistungen stehen mir zu, so dass ich bares Geld sparen kann?
Nun wurde in Essen der Lokalteil produziert, der sich dem Hauptteil anschließt: „Uns geht es darum, vor allem das Leistungsangebot hier in Essen darzustellen. Wo kann der betroffene oder pflegende Angehörige Hilfen finden. Wir informieren über Selbsthilfegruppen, Kontaktkreise und Anlaufstellen. Wir zeigen unter anderem auch die Arbeit der ambulanten Dienste und der stationären Einrichtungen”.
„Als Beispiel für ein hervorragend geführtes Altenheim mit hoher Qualität in der Pflege, haben wir uns - repräsentativ für die katholischen Einrichtungen Essens - das Sankt Ludgeri ausgesucht.” Nicht nur die Filmcrew, sondern auch Geschäftsführerin Petra Hannweg erleben, wie die Bewohner begeistert sind, im Rampenlicht zu stehen. „Filmen Sie auch in der Cafeteria beim Waffelessen?” fragt eine Dame während der Aufnahmen bei der Gymnastik- und Singstunde. „Ja super, dann müssen sie mich nachher aber auch noch knipsen, ich schmeiß mich dann richtig in Schale!”
Fortschritte
Auf Film gebannt werden nicht nur Aktivitäten sein, sondern auch Pflegeszenen, Gottesdienste, Zimmer der Bewohner aus dem Wohn- und Pflegebereich. Dazu kommen Stimmungs- und Meinungsbilder der älteren Menschen. „Selten haben wir erlebt, dass Bewohner so zufrieden sind, wie in diesem Hause. Beispielweise schildern Angehörige, dass sie in dieses Heim wechselten und nun die Mutter enorme Fortschritte, trotz der Krankheit gemacht hat.”
Wiederum andere berichten, dass sie hier ihr zuhause gefunden haben und nun viel glücklicher sind, als in ihrem spannungsgeladenen Familienumfeld. Die Filmproduktion Arnold ist sich sicher: Die Wärme und der spirituelle Geist, die in diesem Hause schweben, haben uns tief beeindruckt und unsere Aufnahmen werden dies hervorbringen.

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